Prof. Dr. Christoph Lumer (Universität Siena)

17.12.2019 18:30-20:00 Uhr
Volkshochschule Düsseldorf
Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf


Abstract

Rationale Argumentationen versuchen nicht einfach, den jeweiligen Adressaten etwas glauben zu machen – rationale Argumentation ist keine Rhetorik. Sondern rationale Argumentation leitet den Adressaten an, die Wahrheit der These der Argumentation zu erkennen, und sie liefert ihm Material, mit dem er dies kann. Der Adressat erkennt anhand dieses Materials, daß (primäre oder sekundäre) Kriterien für die Wahrheit der These erfüllt sind. Es gibt mehrere Wege, auf denen man auf diese Weise die Wahrheit einer These zeigen kann; sie entsprechen jeweils unterschiedlichen Argumentationstypen. In dem Vortrag werden einige von ihnen vorgestellt zusammen mit den Kriterien dafür, wann eine Argumentation ihre rationale Funktion wirklich erfüllt hat. Solche Kriterien können dann dafür verwendet werden, um gute und schlechte, rationale und irrationale, gültige und ungültige Argumentationen zu unterscheiden. Besonderes Augenmerk wird dabei gelegt auf politische Argumentationen. Rationale politische Argumentationen sollten am Ende zeigen können, daß eine bestimmte politische Maßnahme, ein politisches Programm / Vorhaben in einem gewissen Grade gut oder schlecht ist, nämlich mehr oder weniger zum allgemeinen Wohl.

Zur Person

Christoph Lumer ist ordentlicher Professor für Moralphilosophie an der Universität Siena. Nach der Promotion an der Universität Münster und Habilitation an der Universität Osnabrück war er Hochschuldozent und Professor für Philosophie an der Universität Osnabrück; seit 2002 ist er Professor an der Universität Siena. Seine Hauptarbeitsgebiete sind: Ethik, Argumentationstheorie, Handlungstheorie und Theorie der praktischen Rationalität. Er hat die Bücher “Praktische Argumentationstheorie” (1990), “Rationaler Altruismus” (2000) und “The Greenhouse” (2002) veröffentlicht sowie zahlreiche Aufsätze. Weitere Informationen: http://www.lumer.info