Populistische Argumentation: ein hölzernes Eisen?

Philosophische und politikwissenschaftliche Perspektiven


In öffentlichen Debatten wird vielfach eine Technik angewandt, die gemeinhin als „Argumentieren“ beschrieben wird: Ausgehend von allgemein geteilten Prämissen gelangt man zu speziellen Konklusionen, um die eigene Position überzeugend darzustellen. Dennoch ist trotz dieser zentralen Stellung des Arguments in politischen Debatten eine systematische Beschäftigung mit Argumenten und der Argumentationstheorie nur schwach ausgebildet. In den medialen Formaten, in denen sich politische Öffentlichkeit darstellt, gibt es den Versuch eines Faktenchecks, einen Argumentationscheck sucht man bislang vergebens.

Aus philosophischer Perspektive stellt die Argumentationstheorie Ansprüche an Güte und Vollständigkeit von Argumenten und ermöglicht, die üblicherweise nur unvollständig geäußerten Argumente in öffentlichen Debatten zu rekonstruieren und sie damit nachvollziehbar und evaluierbar zu machen. Dadurch kann eine systematische Anwendung argumentationstheoretischer Standards dazu führen, dass die verschiedenen politischen Positionen im Diskurs anschaulich und verständlich werden, ohne deshalb den Anspruch zu verfolgen, politische Meinungsverschiedenheiten zu negieren. Zur Verbesserung der politischen Auseinandersetzung gehört ebenso, Politikerinnen und Politiker für die Ansprüche guter Argumentation zu sensibilisieren. Entsprechend sollen neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auch Politikerinnen und Politiker angefragt und ihre spezifischen Sichtweisen in das Lehrprojekt integriert werden.

Die politikwissenschaftliche Perspektive ergänzt das Lehrprojekt durch die empirische Analyse von Kommunikationsstrategien der politischen Akteure, insbesondere der Parteien im Wahlkampf, und liefert damit die Datengrundlage sowie aktuelle Anwendungsfelder und Problemstellungen im Bereich politischer Kommunikation.

Das Lehrprojekt stellt eine Kooperation zwischen dem Institut für Philosophie und dem Institut für Deutsches und Internationales Parteienrecht und Parteienforschung (PRuF) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf dar. Es schließt an die curriculare Struktur des neugeschaffenen und interdisziplinären Studiengangs Philosophy, Politics and Economics an und kann hier von den Studierenden im Modul Politische Philosophie studiert werden. Gegliedert ist das Lehrprojekt in ein Seminar, eine Vortragsreihe und einen Workshop.

Zudem wird das Lehrprojekt im Rahmen der Bürgeruniversität von der Heinrich-Heine-Universität gefördert und dient dem Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Insofern richtet sich das Projekt explizit auch an Bürgerinnen und Bürger und lädt sie herzlich zur Vortragsreihe und der öffentlichen Präsentation der Ergebnisse des Workshops ein.



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